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Projekt der Diakonie ist gut angelaufen – Verstärkung ist willkommen

 

Familienpatinnen geben jungen Müttern „Starthilfe“ im Alltag

Vor kurzem drückten sie noch die Schulbank, gingen mit ihrer Clique in die Disco und tauschten sich über die neuesten Klamotten oder Kinofilme aus. Jetzt hat sich ihr ganzes Leben verändert. Windeln, Babyfläschchen und Kinderkrankheiten haben von heute auf morgen den Alltag übernommen. Für viele junge alleinerziehende Mütter eine Veränderung, die schlicht zu groß ist. Sie brauchen Hilfe, um in ihrem neuen Leben zu recht zu kommen. Diese Hilfe kommt neuerdings von anderen Müttern und Frauen, die wissen, wie es funktioniert. Von Familienpatinnen, die mit Hilfe von Fördermitteln des Lions Clubs Kamen-Westfalen von Mitarbeiterinnen der Diakonie Ruhr-Hellweg ausgebildet und begleitet werden.

Manchmal genügt ein Gespräch, wenn die Familienpatin ein Mal in der Woche für ein paar Stunden bei Susanne M. (Namen geändert) und ihrer kleinen Tochter Nina vorbeischaut. Dann erzählt die junge Alleinerziehende. Davon, wie schwer es ihr fällt, dass ihr gesamter Freundeskreis kein richtiges Verständnis dafür hat, wenn sie am Wochenende mal wieder nicht mit „auf Tour“ gehen kann – weil zu Hause ein sechs Monate altes Baby auf sie wartet. An anderen Tagen ist Susanne M. heilfroh, dass die erfahrene Mutter ihr das Kind für eine Weile abnimmt. Sonst könnte sie sich nicht auf das Gespräch in der Schule konzentrieren, in der sie ihren Abschluss nachholen will, damit sie im kommenden Jahr eine Ausbildung beginnen kann.

Sechs ehrenamtliche Mütter und Frauen haben für einen erfolgreichen Start des Familienpatinnen-Projekts der Diakonie Ruhr-Hellweg gesorgt. Voller Engagement und mit großer Freude haben sie sich auf ihre neue Aufgabe vorbereitet. Die Kamener Beratungsstelle für Schwangerschaftskonflikte und Familienplanung der Diakonie Ruhr-Hellweg gab ihnen nach einem Kennenlern-Nachmittag wichtige Hilfestellungen in speziellen Fortbildungen mit auf den Weg in ihr ganz besonderes Ehrenamt. „Nähe und Distanz“ lautete das Themenspektrum, das die Frauen auf ihre Rolle als Familienpatinnen vorbereitete. Dabei ging es vor allem darum, die eigenen Erwartungen und Ansprüche zu reflektieren und zu erkennen, mit welchen persönlichen Grenzen die Teilnehmerinnen in dieser wichtigen Arbeit konfrontiert werden. Ein weiteres Fortbildungsthema war „Erste Hilfe am Kind“.

Die ersten jungen alleinerziehenden Mütter haben ihre Familienpatinnen bereits kennen gelernt und treffen sich regelmäßig in individuell vereinbarten Abständen und Zeiträumen. Ziel des Projektes ist es, den jungen Familien mütterliche Freundinnen zur Seite zu stellen, die ihnen im oft schwierigen und zunächst ganz ungewohnten neuen Alltag helfen. Das kann von der Unterstützung beim Umgang mit dem Kind über stundenweise Betreuung zur Entlastung der Mutter, Beaufsichtigung und Förderung der Geschwisterkinder bis zu Gesprächen reichen.

„Wir haben in unserem Müttercafé Bambini erkannt, dass diese Form der Alltagshilfe für viele junge Mütter eine wichtige und wertvolle Unterstützung wäre“, schildert Katharina Schneider-Struben von der Beratungsstelle für Schwangerschaftskonflikte und Familienplanung den Anlass für diese besondere Projektidee. „Immer wieder wird in Gesprächen den Müttern deutlich, dass es gerade die vielen kleinen Tücken des Alltags sind, die sie vor Probleme stellen“, ergänzt ihre Kollegin Christine Weyrowitz.

Die Familienpatinnen freuen sich, wenn sie Verstärkung von ehrenamtlichen Müttern und Frauen bekommen. Neueinsteigerinnen sind jederzeit willkommen. In den nächsten Wochen und Monaten finden weitere Fortbildungsmodule für die Familienpatinnen statt – so zum Beispiel über die Themen „angeleitetes Spiel“, „sichere Bindung von Mutter und Kind“, „Erziehung früher und heute“ oder „Medienkompetenz und Methoden der Gesprächsführung“. Interessentinnen können sich unter Tel. 02307/94743-0 oder kschneider-struben@diakonie-ruhr-hellweg.de melden.