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Premiere für besonderen Kurs der Hörbehindertenberatung der Diakonie-Ruhr-Hellweg

 

Mit einem Klick eine neue Welt

der Kommunikation für Gehörlose erobert

 

Ingrid Hoffmann klatscht begeistert in die Hände und zeigt aufgeregt auf den Bildschirm. So etwas sieht sie heute zum ersten Mal: Dass ihr jemand in der Gebärdensprache im Internet von seinen Erfahrungen berichtet. Für Ingrid Hoffmann tut sich eine ganz neue Kommunikationswelt auf. Möglich macht’s der Kurs „Einführung ins Internet“ für Gehörlose. Der erste seiner Art – angeboten vom Hörbehindertenberatung der Diakonie Ruhr-Hellweg.

Ingrid Hoffmann wollte nicht länger ausgeschlossen sein. „Ich wollte endlich einen Zugang zum Computer finden“, übersetzt Kursorganisatorin Gabriela Bier für sie aus der Gebärdensprache. „Außerdem bin ich neugierig“, ergänzt sie. Deshalb hat sich die 66-Jährige auch für diesen speziellen Einführungskurs angemeldet. „Es macht richtig Spaß“, erzählt sie. Auch wenn sie zunächst ganz schön mit dem flinken Eigenleben der „Mouse“ zu kämpfen hatte. „Ich habe hier viel Neues kennen gelernt – spezielle Seiten mit Informationen für Gehörlose, Koch- und Reiseseiten und vor allem Homepages mit der aktuellen Schuhmode“, berichtet sie mit einem Schmunzeln.

Die Gehörlosen selbst waren an Gabriela Bier mit dem Wunsch herangetreten, den Weg ins Internet nach den Bedürfnissen der Gehörlosen zu ebnen. Mit den Ehrenamtlichen des Internetcafés „m@ils and more“ der Behindertenberatung hatte man sofort kompetente Kooperationspartner gefunden. Gemeinsam arbeitet man ein individuelles Konzept aus. Denn: „Es geht hier nicht nur darum, die Grundfertigkeiten im Umgang mit dem PC zu vermitteln“, schildert Ulrich Piesendel, der als Ehrenamtlicher mitgeholfen hat. „Für viele Teilnehmer ist das Internet ein ganz neues Kommunikationsmedium, und dort lauern auch Gefahren, wenn etwa englischen Begriffe nicht so bekannt sind“, erläutet Marcel Wehmeier, der ebenfalls ehrenamtlich den Kurs begleitete.

Auch Katja Pöllen geht es so. Sie hat zwar die E-Mails und die Web-Cam als Medium für sich entdeckt, „weil das für Gehörlose ein prima Ersatz für das Telefon ist“. Dennoch: „Viel Erfahrung mit Computern habe ich nicht – und wollte mich hier informieren, welche Angebote es im Internet speziell für Gehörlose gibt.“ Sie staunte zusammen mit den acht Teilnehmern über die vielen Anwendungen für Gehörlose, die inzwischen im virtuellen Raum angeboten werden. Außerdem hat sie auf diese Weise auch das Internet-Café in der Probst-Nübel-Straße kennen gelernt. Sie wusste bislang gar nicht, dass sie hier auch Hilfe von fachlich Engagierten bekommt.

 Das Internetcafé der Behindertenberatung strebt übrigens an, auch Webcams einzurichten, damit Gehörlose hier in der Gebärdensprache virtuell kommunizieren können. Der Kurs hat so viel Anklang gefunden, dass die Kooperationspartner bereits über einen Aufbaukurs nachdenken. Weitere Informationen gibt es unter Tel. 02921 3630-241 / Fax: -249 oder hoerbehindertenberatung@diakonie-ruhr-hellweg.de.