Stark für andere
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Eine Gruppe von Schülern mit Handicaps hat die Nordsee im Sturm erobert
Seebergschüler finden auf Spiekeroog
Seesterne, Heuler und Freunde fürs Leben
Schon drei Mal wollte die Seebergschule Bensheim nicht einfach nur ein „anderes Klima als zuhause“ erleben. So packten 38 geistig und körperlich behinderte Schülerinnen und Schüler zwischen acht und 18 Jahren sowie 13 Betreuer auch in diesem Jahr reihenweise Koffer, um an die Nordsee zu fahren und mit Hilfe von Wind, Wellen und Sand ganz neue Möglichkeiten zu entdecken. Genauer gesagt mitten hinein, denn das „Haus am Meer“ der Diakonie auf der Insel Spiekeroog liegt direkt am Strand inmitten von Dünen, und Gezeiten.
Insbesondere auf die gute Seeluft hatte es die Reisegruppe aus Südhessen abgesehen. Aus gutem Grund: „Für viele unserer Schüler hat der tägliche lange Aufenthalt an der frischen Seeluft nachhaltige positive Auswirkungen auf ihre Gesundheit“, schildert Schulleiter Thomas Knörr. Die Schule schätzt die Insel aber auch für die Abwesenheit der Autos, die freundlichen Menschen und das hilfsbereite Team im „Haus am Meer“. „Wir möchten unseren Schülern möglichst viel Selbstständigkeit im Alltag ermöglichen“, betont Klassenlehrerin Sandra Hiesinger.
Vor allem die unverfälschte Natur bot den fünf Klassen einen idealen und realitätsgetreuen Übungsraum, um die eigenen Stärken und Schwächen zu entdecken. Mit dem Kutter ging auf das Meer hinaus und so nah wie möglich heran an die Seehunde, von denen die Kinder und Jugendlichen in diesem Jahr besonders viele beobachten konnten. Bei einer Insel- und Strandrallye musste mancher über den eigenen Schatten springen, ebenso wie bei der Strandolympiade oder bei ausgedehnten Strandwanderungen.
Für die älteren Schülerinnen und Schüler waren Musik und Tanz feste Programmpunkte. Ein intensives Strandleben, Kickerturniere und Ausflüge ins Museum oder in die Kogge gehörten natürlich auch dazu. Ebenso ganz neue Freundschaften, die sich mit den übrigen Gästen im „Haus am Meer“ ganz selbstverständlich ergaben. Mancher kann es heute noch nicht richtig fassen, dass er einen echten und lebendigen Seestern in den eigenen Händen hielt.
Das „Haus am Meer“ schätzen die Betreuer und Schüler auch deshalb schon seit vielen Jahren, weil ein entspannter und spannender Urlaub hier allen körperlichen Beeinträchtigungen zum Trotz kein Problem ist – dafür sorgt das Haus mit großer Flexibilität und Einsatz. Und nicht nur das. Auch die Einheimischen haben die Gäste aus Hessen längst ins Herz geschlossen. Ein Schüler, der sich bei einem spontanen individuellen Ausflug verirrt hatte, fand in dem Dorfpolizisten nicht nur einen freundlichen Helfer, sondern nach intensiven Gesprächen und gemeinsamer Erfrischung bei einem kühlen Getränk auch einen neuen Freund.
