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Prävention mit Weitblick

Suchtpräventionsarbeit ist gerade bei Kindern und Jugendlichen sehr wichtig. Frühzeitig informieren und aufklären sowie vorbeugende Maßnahmen können einen schädlichen Suchtmittelkonsum verhindern. KlassenlehrerInnen nutzen die Präventionsprogramme der Suchtberatungsstellen der Diakonie Ruhr-Hellweg, um frühzeitig Präventionsarbeit zu leisten.

Die 8. Klasse einer Werler Realschule besuchte im Rahmen ihres Biologieunterrichtes die Suchtberatungsstelle der Diakonie Ruhr-Hellweg in Werl. „Ich orientiere mich in meinem Unterricht an den Bedürfnissen und Fragen meiner SchülerInnen. Bei dem Thema „Sucht und Drogen“ fiel der Schwerpunkt deshalb auf das Thema Alkohol. Es scheint mir sehr sinnvoll, die Theorie im Klassenzimmer mit dem Fachwissen von Experten außerhalb der Schule zu kombinieren. So vereinbarte ich einen Termin mit der Suchtberaterin Beate Wolf, um eine Unterrichtseinheit zu machen,“ erzählt Birte Schmitfranz, Biologielehrerin der 8. Klasse.

Um einer Suchterkrankung vorzubeugen, ist es wichtig zu verstehen, wie sich eine Suchtabhängigkeit entwickelt und was die verschiedenen Drogen bewirken können. Darüber hinaus ist ein bewusster und reflektierter Umgang mit Suchtmitteln von Bedeutung.

„In meiner Präventionsarbeit geht es mir vor allem darum, Jugendliche ernst zu nehmen und sie darin zu unterstützen, ein gutes Selbstwertgefühl und ein starkes Selbstbewusstsein zu entwickeln. Kinder und Jugendliche begegnen Suchtmitteln jeden Tag. Sie müssen in der Erprobungsphase von Alkohol stark genug sein, auch „Nein“ sagen zu können. Deshalb hat für mich Suchtprävention nicht nur etwas mit ‚stark machen gegen Drogen’ zu tun, sondern vor allem mit ‚starken Jugendlichen’ und ihrer Entwicklung“, erklärt Beate Wolf, Suchtberaterin der Beratungsstelle in Werl.

„Der Besuch bei Frau Wolf kam bei den SchülerInnen besonders gut an, da sie das Gefühl hatten, verstanden zu werden und Frau Wolf nicht mit dem ‚moralischen Zeigefinger’ belehrt hat. Sie erzählte mit viel Sachverstand über konkrete Erfahrungen von Drogenmissbrauch und verwendete dabei Beispiele aus ihrem Berufsalltag. Durch diese hautnahen Schilderungen, wurde den SchülerInnen die Theorie des Unterrichtes erst begreifbar“, berichtet Frau Schmitfranz beeindruckt von dem praktischen Unterricht.

„Meistens kommt nach meinen Schilderungen noch der eine oder andere Schüler auf mich zu. Sie wollen noch gezielte Informationen zu eigenen Erlebnisse oder Rat zum Umgang mit Freunden. Das finde ich besonders gut. Dann trauen sie sich Suchtthemen aus ihrem Alltag anzusprechen und wissen, wo sie sich jederzeit Hilfe holen können. Die Hemmschwelle, eine Suchtberatung in Anspruch zu nehmen, sinkt. Als Suchtberaterin kann ich immer besonders gut helfen, wenn die Personen rechtzeitig auf mich zukommen. Das gilt auch für Angehörige und Freunde von betroffenen Personen“, schildert Frau Wolf ihre Erfahrungen.

„Die lockere Atmosphäre und die lebhaften Schilderungen von Frau Wolf haben die SchülerInnen noch eine Woche später, in der darauffolgenden Unterrichtsstunde, beschäftigt. Sie fanden den Besuch sehr interessant und hilfreich. Mir als Lehrerin ist es wichtig, dass die jungen Menschen wissen, wohin sie sich mit Fragen zu Sucht und Drogen wenden können und wo sie Hilfe bekommen. Außerdem erfahren wir als Lehrpersonal nicht immer, wenn unsere SchülerInnen Probleme haben. Durch diesen Besuch in der Suchtberatungsstelle ist bestimmt einiges ins Rollen gekommen. Ich würde immer wieder den Unterricht mit einem Besuch in der Beratungsstelle kombinieren“, zieht Frau Schmitfranz ihr positives Fazit.

Beate Wolf, Suchtberaterin in Werl

Weitere Informationen zu Präventionsprogrammen erhalten Sie in allen Suchtberatungsstellen der Diakonie Ruhr-Hellweg unter folgenden Telefonnummern für Kamen: 02907 94743-0, für Soest: 02921 3620-300, für Lippstadt: 02941 5503, für Warstein: 02902 1714 und für Werl: 02922 3353.