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Diakonietag in Lippstadt präsentierte lebendige Antworten auf dringende soziale Notstände

 

Den Menschen in Not helfen,

die andere schon aufgegeben haben

„Das ist ja interessant, das kannte ich noch gar nicht“, hält eine Passantin am Stand von „Sommerland“ spontan an. „Was machen Sie denn genau?“, will sie von Walburga Schnock-Störmer mehr über das Projekt erfahren, das Kindern hilft, die einen Elternteil oder nahen Angehörigen verloren haben. Genau das wollte der Diakonietag auf dem Rathausplatz erreichen. „Wir wollen den Menschen ein Forum bieten, um die verschiedenen Einrichtungen der Diakonie und diakonischen Arbeit zwanglos kennen zu lernen“, so Pfarrerin Margot Bell, die gleichzeitig Vorsitzende des Diakonieausschusses der Ev. Kirchengemeinde ist.

Denn: „Viele wissen gar nicht, was Diakonie alles anbietet“, weiß auch Lippstadts Bürgermeister Christof Sommer. Dabei füllt die Diakonie sowohl auf ehrenamtlicher wie auch auf professioneller Ebene viele Versorgungs- und Angebots-Lücken in der Gesellschaft. Diakonie-Vorstand Steffen Baumann bringt es im angeregten Live-Interview über die Struktur, Aufgaben und Entwicklung der Diakonie Ruhr-Hellweg auf den Punkt: „Wir kümmern uns um Menschen, die in Not geraten sind“, betont er. Und das in den verschiedensten Bereichen ungeachtet von Wirtschaftskrisen und eigenen finanziellen Nöten in Zeiten wegbrechender öffentlicher Fördermittel. „Die Not wächst“, hob Baumann hervor, „wir sind darum bemüht, darauf zeitgemäße und passende Antworten zu finden und Angebote zu entwickeln.“

Für Steffen Baumann sind eine große Nähe zum Ehrenamt und die Verwurzelung in den Kirchenkreisen die Aspekte, die diakonische Arbeit auszeichnen. „Wir kümmern uns um die Menschen, die andere schon aufgegeben haben“, betont er. Welche Antworten die Diakonie und die Ev. Kirchengemeinde mit ihren vielen Ehrenamtlichen schon jetzt auf die dringlichsten sozialen Probleme gefunden hat, zeigte sich eindruckvoll an den vielen Ständen auf dem Rathausplatz. Die Kinder konnten riesengroße Seifenblasen produzieren, während die Eltern sich am Stand der Ambulanten Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Informationen holten. Die Migrationsberatung klärte über die Hilfsangebote für Menschen aus fremden Ländern auf, die in Lippstadt eine neue Heimat gefunden haben. Die Suchtberatung war ebenso präsent wie der Betreuungsverein.

Wer sich nicht von Informationen anlocken ließ, den zogen die Samba-Klänge der „Moqueca de Samba“ ebenso magisch an wie die Versteigerung einer Ballonfahrt, der Kaffeeduft vom Weltladen oder der Kicker im Jugendtreff Shalom. Am Stand des Seniorenzentrums war die Wii-Konsole ausschließlich für Senioren reserviert, um sich im virtuellen Kegeln zu versuchen. Vom gemeinsamen Mittagsgebet mit Diakoniepfarrer Rainer Grüber und einer Besinnung auf die eigenen Grenzen über eine Vorführung des Tanzkreises inklusive Mitmachaktion: Bunt und vielfältig präsentierte sich die Diakonie in Lippstadt auf allen Ebenen. Pfarrer Thomas Hartmann zog eine positive Bilanz: „Wir waren gut besucht heute.“ Es war nicht der erste Diakonietag in Lippstadt. Zuvor war das Ev. Krankenhaus Gastgeber gewesen. 

 

Ballonfahrt konnte zu Gunsten von
Kindern und Jugendlichen ersteigert werden

Aus Höhenangst wird Unterstützung für den guten Zweck

Dass ihre Angst einmal einen guten Zweck unterstützen wird, hätte Britta Mintert vermutlich nie gedacht. Genau so kam es aber beim Diakonietag am Wochenende auf dem Rathausplatz. Weil ihre Höhenangst den Gewinn einer Ballonfahrt bei einer Tombola schlicht für sie persönlich wertlos machte, spendete sie die das einmalige Erlebnis der Ambulanten Kinder-, Jugend- und Familienhilfe (AKJF) der Diakonie Ruhr-Hellweg in Lippstadt für eine Verlosung. Gesagt, getan: Auf dem Diakonietag rissen sich die Interessenten geradezu darum, das Kästchen unter dem symbolischen Ballon mit Fünf-Euro-Scheinen für jedes Gebot zu füttern. Am Ende machte in einem umkämpften „Finale“ Irmgard Bierfreund, Presbyterin und Mitglied des Diakonie-Ausschusses der Ev. Kirchengemeinde Lippstadt, das Rennen. Da war die Gesamtsumme schon auf stolze 240 Euro geklettert. Das Geld kommt der Ambulanten Kinder-, Jugend- und Familienhilfe in Lippstadt zu Gute. „Davon ermöglichen wir den Kindern und Jugendlichen einen Wochenend-Ausflug“, betont Heike Klapper von der AKJF. Irmgard Bierfreund hat eine besondere Idee angetrieben, den Zuschlag für die Ballonfahrt zu bekommen: „Wir werden sie wiederum verlosen – am 24. September bei einem Benefizkonzert für den Glockenturm der Johanneskirche.“