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Das Projekt "Sommerland" freut sich über Spende und neue Betreuerinnen
Tiere und Karten zeigen Kinder einen Weg aus der Trauer
Mit den Schleich-Tieren können sie die eigene Lebenssituation nachspielen. Die Gefühle-Karten laden dazu ein, die eigenen Emotionen zu verstehen und auszudrücken. Und die Puppen auf dem Familienbrett bewegen sich für einen Moment im realen Leben. Ob Handpuppe oder Anti-Agressionsschläger: Die Kinder des Projekts „Sommerland“ der Diakonie Ruhr-Hellweg haben seit Donnerstag noch mehr spielerische Möglichkeiten, mit ihrer Trauer um einen verstorbenen Elternteil oder Geschwisterkind umzugehen. Einer großzügigen Spende sei Dank.
„Kinder sind in der heutigen Zeit schlicht und einfach wichtig“, betont Thomas Gottwald, Leiter des Familienzentrums Twiete in Arnsberg aus gutem Grund. Es weiß wohl niemand besser als er, dass es die Kinder sind, die am meisten unter den leeren öffentlichen Kassen leiden müssen. Deshalb spendete das Familienzentrum auch stolze 800 Euro für neue Spielmaterialien. Damit das Projekt „Sommerland“ seine wichtige Trauerarbeit fortführen kann. Denn die sensible Arbeit mit den Kindern ist nach dem Auslaufen der Förderung durch die Aktion Mensch vollständig auf Spenden angewiesen. „Es wäre schade, wenn dieses wichtige Projekt zum Scheitern verurteilt wäre, nur weil die Mittel fehlen“, so Gottwald.
Nicht nur für Walburga Schnock-Störmer, die das Projekt seit 2006 leitet, sind Spenden wie diese ein Segen. „Kinder trauern anders als Erwachsene um einen geliebten Menschen“, betont sie. „Sie verarbeiten über das Spiel und in Bewegung ihre Gefühl und Gedanken. Das gemeinsame Erlebnis in der Gruppe und der Austausch mit anderen Kindern, die ähnliches Verluste erfahren haben, ist dabei ein wichtiger Aspekt.“ Die neuen Spielmaterialien bieten nun ganz neue Möglichkeiten. Auch für die vielen freiwilligen Helferinnen, die sich bei „Sommerland“ für aktuell zehn Kinder engagieren. Erst Ende April haben einige Frauen an einer Ausbildung für neue Betreuer teilgenommen.
Wie Bärbel Hochstein-Jung. Sie kennt sich mit Trauer aus. Sie arbeitete in einem Bestattungsunternehmen. „Es war mir schon lange ein Anliegen, mich ehrenamtlich in diesem Bereich zu engagieren.“ Als der Aufruf von „Sommerland“ an neue potenzielle Betreuer kam, entschied sie sich spontan. „Ich ging relativ unvorbereitet dorthin“, erzählt sie. Es überraschte sie, „wie viel eigene Offenheit dort von uns gefordert war“. Aber: „Die Ausbildung hat mich gestärkt.“ Das war wichtig, denn: „Der erste Kontakt mit den Kindern war körperlich richtig anstrengend.“ Ihre Entscheidung hat sie nicht bereut. „Es ist einfach toll zu sehen, wie die Kinder sich in dieser Gruppe schon in kurzer Zeit entwickeln.“
Das sieht auch Doris Neveling-Lampe ähnlich. Auch sie ist neu im Betreuer-Kreis von „Sommerland“. „Zunächst hatte ich Angst und wusste nicht, welche Gefühle und Emotionen auf mich zukommen“, erzählt sie. „Das legte sich aber ganz schnell, denn in der Arbeit mit den Kindern kommt vieles einfach von innen heraus.“ Auch die Mutter eines behinderten Kindes ist froh, dass sie sich für dieses ehrenamtliche Engagement entschieden hat: „Es ist einfach nur schön und gibt mir sehr viel zurück.“
Die Spendenübergabe am Donnerstag nutzte „Sommerland“, um langjährige Helferinnen der „ersten Stunde“ mit einer kleinen Feierstunde zu verabschieden. Evelyne Knuf-Düring und Elisabeth Groß engagieren sich seit Beginn des Projektes für die Kinder, investierten viel Herzblut und auch persönliche Emotionen in diese Arbeit. Dafür gab es ein großes Dankeschön sowohl vom Team als auch von allen Sommerlandfamilien in Form einer „Guten-Wünsche-Rakete“ für die Zukunft.
