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Im Maritim-Hotel erlebten trauernde Kinder mit ihren Eltern eine ungewöhnliche Spendenübergabe
Azubis schenken „Sommerland“-Familien
einen besonderen Nachmittag
Alexandros (9) weiß nicht, wo er zuerst anfangen soll. Ob er zunächst von der Erdbeertorte oder vom riesengroßen Apfelkuchen probieren soll. Dass er, seine Mutter und weitere „Sommerland“-Familien zu einem „Wohlfühl“-Nachmittag eingeladen werden, hat es noch nie gegeben. Schon gar nicht zusammen mit einer Spende, die dabei hilft, dass sie auch künftig auf spielerische Weise den Verlust eines Elternteils oder Geschwisterkindes bewältigen können.
Die 15 Auszubildenden des Maritim-Hotels Grafschaft Schmallenberg hatten die Idee für diesen ungewöhnlichen Tag. „Wir wollten die Kinder und Familien kennen lernen und die Spende persönlich überreichen“, betont Katharina Schauerte stellvertretend für die sozial engagierten Auszubildenden. Schon seit einigen Jahren suchen sich die angehenden Hotelfachkräfte, die zukünftigen Restaurantfachleute und Hotelkaufleute für ihre Weihnachtsfeier ein soziales Projekt aus, für das sie Spenden sammeln. Durch eine Hotel-Mitarbeiterin waren sie diesmal auf das Projekt Sommerland der Diakonie Ruhr-Hellweg aufmerksam geworden. In einer kleinen Informationsveranstaltung machten sich alle gemeinsam schlau über das ungewöhnliche Projekt, das Kindern und ihren Angehörigen über intensive Gruppenarbeit einen ganz individuellen Umgang mit der eigenen Trauer ermöglicht.
Hotel-Direktor Bruno Beste stockte die Spenden-Summe seiner Schützlinge noch einmal um den gleichen Betrag auf. Auf diese Weise kamen insgesamt 450 Euro zusammen. Geld, auf das „Sommerland“ dringend angewiesen ist. Seit 2006 gibt es die Gruppen für Kinder in Jugendliche in Arnsberg und Soest. Hier können die Kinder mit der Hilfe von speziell geschulten Betreuerinnen und einem großen Team ehrenamtlicher Helfer einen individuellen Weg finden, um mit dem Tod des Vaters oder der Mutter oder auch eines Geschwisterkindes umzugehen. Seit kurzem ist das Projekt vollständig auf Spenden angewiesen. „Das ist eine tolle Aktion, die unsere Ausbildenden unterstützen“, findet auch Bruno Beste.
„Das ist eine tolle Idee“, ist auch Alexandros begeistert von diesem etwas anderen Sonntagnachmittag. Er hat vor zweieinhalb Jahren seinen Vater durch Krebs verloren. Ein Verlust, der ihn sehr verändert hat, wie seine Mutter Andrea Liapis erzählt. Seit über zwei Jahren besucht Alexandros jetzt die „Sommerland“-Gruppe. „Seitdem wird er sich selbst wieder ähnlicher, spielt wieder so begeistert wie früher Klavier und geht auch wieder in den Bastelkeller, in dem er früher mit seinem Vater so viele Stunden verbracht hat.“
Auch Uschi Simon freut sich über die ungewöhnliche Einladung ins Maritim-Hotel. Vor zwei Jahren starb ihr Ehemann ganz plötzlich an akutem Herzversagen. Ein Lehrer ihres Sohnes machte sie auf das Projekt „Sommerland“ aufmerksam. Seitdem besuchen Jan (12) und Julia (16) regelmäßig die Gruppe. Auch Uschi Simon tun die Gespräche mit anderen Müttern, die ähnliche Verluste zu bewältigen haben, gut. „Wir spüren jetzt, dass das Leben weiter geht – und packen es mit Hilfe von ‚Sommerland’ positiver an.
Die „Sommerland“-Gruppe bedankte sich bei den Auszubildenden des Maritim auf ihre Weise für den rundum gelungenen Nachmittag. Sie überreichte eine Informationsmappe, eine Dankeskarte, ein „Sommerland-T-Shirt“ sowie Stein und Feder, die in der Gruppenarbeit eine zentrale Rolle als Symbole für das Leben spielen.
