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Diakonie öffnet Caldenhof auch im 38. Jahr für Erholung vor der Haustür
Für Senioren ist die Stadtranderholung „wie eine große Familie“
Erika Schöne kann es kaum erwarten. Die Figuren des überdimensionalen Mensch-ärger-dich-nicht-Spiels stehen schon bereit. Nach dem gemeinsamen zweiten Frühstück ist bei der Stadtranderholung die Spiele-Runde eröffnet. „Es ist einfach toll hier. Es macht riesigen Spaß und man lernt viele neue Leute kennen“, freut sich Erika Schöne. Die 81-Jährige hat jahrelang selbst Gruppen in ihrer Kirchengemeinde betreut. „Jetzt will ich mal etwas für mich selbst tun“, meint sie, die zum ersten Mal dabei ist.
Schon seit 38 Jahren tourt der Bus der Stadtranderholung der Diakonie Ruhr-Hellweg zwei Wochen lang jeden Morgen durch Hamm und holt Senioren zu einem etwas anderen Urlaub direkt vor der Haustür ab. Bingo-Nachmittage, Auftritte der AWO-Spatzen als Parodie auf die Jacob-Sisters, Besuch von Tanzgruppen und gemeinsame Ausflüge: Täglich lockt ein volles Urlaubsprogramm. Ohne lästiges Kofferpacken und vor allem für den schmaleren Geldbeutel finanzierbar.
Ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Diakonie und Stadt Hamm, das inzwischen die zweite Generation von Verantwortlichen zur Eröffnung schickt, wie Steffen Baumann als Vorstand der Diakonie Ruhr-Hellweg mit einem Schmunzeln hervorhob. Er selbst sei gerade einmal zwei Jahre alt gewesen, als die erste Stadtranderholung stattfand. Baumann genoss zusammen mit Vertretern der Stadt Hamm und der Parteien zunächst die „tolle Atmosphäre“. Denn die 29 ausschließlich weiblichen Teilnehmerinnen begrüßten die offiziellen Gäste mit vereintem Gesang. Hamms Bürgermeisterin Monika Simshäuser freute sich, „dass wir mit diesem Gemeinschaftsprojekt jedes Jahr so vielen Menschen Freude schenken können.“ Alle Beteiligten betonten jedoch auch, dass ein so großes Projekt wie dieses nur deshalb machbar sei, weil man zusammen arbeitet.
Martha Brendel möchte auf ihre Stadtranderholung jedenfalls nicht mehr verzichten. Schon seit 1979 ist sie jedes Jahr dabei. Lediglich Krankenhausaufenthalte konnten die 89-Jährige davon abhalten. Denn: „Es ist eine tolle Gemeinschaft hier und man bekommt viel geboten“, betont sie. Außerdem ist sie nie in den Urlaub gefahren. Ihre Erholung spielt sich seit 31 Jahren direkt vor der Haustür ab – bei der Stadtranderholung. „Das ist wie in einer großen Familie – man wird sofort aufgenommen“, ist auch Erika Schöne bei ihrer Premiere begeistert. Zumal sie von einem Ehepaar ehrenamtlich betreut wird, dass die Arbeit mit Menschen genauso ernst nimmt wie sie selbst es getan hat. Lilo und Bruno Wieting denken sich schon seit 28 Jahren immer wieder ein neues spannendes Programm für die Senioren aus – und sind längst zu einer Institution geworden.
In diesem Jahr allerdings spielt der Fußball unangefochten die Hauptrolle – auch wenn es ausschließlich Frauen sind, die im Hammer Caldenhof Entspannung und Unterhaltung finden. „Mein Sohn hat lange in Südafrika gelebt und gearbeitet, hat dort auch geheiratet – da fiebert man mit“, meint eine Teilnehmerin, die ihr Deutschland-Trikot schon bereit gelegt hat. Eine andere trägt den Nachnamen Löw und hat schon dadurch engen Bezug zur deutschen Mannschaft.
Vom 12. bis 16. Juli bietet die zweite Stadtranderholungs-Woche täglich von 9.15 bis 16.30 Uhr ein ähnlich spannendes Programm. Übrigens auch für Senioren, die von Armut bedroht sind und die von Stiftungen Unterstützung bekommen, damit sie hier teilnehmen können. Pünktlich zu den Ferien eröffnet dann die Stadtranderholung für Kinder und Jugendliche ihre Tore auf dem Caldenhof.
