Politik, Jobcenter Kreis Unna und Diakonie sichern die Zukunft der Unnaer Tafel
Mit 20 Arbeitsgelegenheiten und 16 Bürgerarbeitsplätzen
„Wir hatten ein schlechtes und schwieriges Jahr – jetzt gibt es einen Lichtstreif am Horizont“, freut sich Ulrike Trümper, Chefin der Unnaer Tafel. Die Unsicherheit, wie es von Monat zu Monat weitergehen kann und ob notleidende Menschen auch im Januar die nötigsten Lebensmittel zum Überleben in den Ausgabestellen der Tafel bekommen, ist jetzt vorbei. Die Politik, das Jobcenter Kreis Unna und die Diakonie Ruhr-Hellweg haben gemeinsam mehr als nur eine Lösung für die Unnaer Tafel gefunden. „Wir haben jetzt ein stabiles Gerüst und Sicherheit“, betont Landrat Michael Makiolla. 16 Bürgerarbeitsplätzen und rund 20 Arbeitsgelegenheiten sichern ab Januar genau das.
Seit Jahren gewährleistet die Unnaer Tafel, dass Menschen in existentiellen Krisen wenigstens den elementaren Lebensunterhalt mit Lebensmitteln sichern können. Wirtschaftskrisen, lang anhaltende Arbeitslosigkeit, persönliche Krisen und Krankheiten sind nur einige Gründe, warum weiterhin viele Mitbürger an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden und solche Hilfestellungen dringend benötigen. „Die Arbeit der Tafel ist deshalb leider wichtig und auch zukünftig unverzichtbar“, betont Landrat Michael Makiolla. Darin ist er sich mit dem Landtagsabgeordneten und Tafel-Schirmherrn Wolfram Kuschke (SPD), dem Jobcenter Kreis Unna und der Diakonie Ruhr-Hellweg einig. Deshalb haben sie ein Lösungskonzept erarbeitet, um die Tafel zu unterstützen.
Damit notleidende Menschen weiterhin an den bewährten Ausgabestellen Lebens- und Nahrungsmittel erhalten und elementare Grundbedürfnisse befriedigen können, organisierten jetzt alle Beteiligten die erforderliche personelle Unterstützung für die Unnaer Tafel. Der Fortbestand der bewährten Arbeit war bekanntlich auch deshalb in Gefahr geraten, weil die so genannten 1-Euro-Jobs im Zuge der Instrumentenreform der Bundesregierung umstrukturiert wurden.
20 Arbeitsgelegenheiten und 16 Bürgerarbeitsplätze sichern künftig die verdienstvolle Arbeit der Unnaer Tafel durch den Einsatz des Jobcenters Kreis Unna in Kooperation mit der Arbeit und Lernen gGmbH der Diakonie Ruhr-Hellweg. Für 36 Monate wird diese personelle Unterstützung unter anderem aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert. Damit erhält nicht nur ein wichtiges Stück sozialer Arbeit im Kreis Unna eine solide Struktur und gesicherte Zukunft. Hier bekommen auch Menschen, die seit langem keine Beschäftigung finden konnten, eine Chance für die Rückkehr auf den Arbeitsmarkt. Über Arbeitsgelegenheiten und Bürgerarbeitsplätze bieten sich für Arbeitslose, die auf ALG II-Bezüge angewiesen sind, Perspektiven für eine berufliche Qualifizierung und einen Neuanfang.
Die berufliche Qualifizierung gewährleistet die Arbeit und Lernen gGmbH der Diakonie Ruhr-Hellweg in Kooperation mit dem Jobcenter Kreis Unna. „Bei uns werden die Bewerber auf ihre wichtige Aufgabe vorbereitet und bei ihrem Einsatz für die Grundsicherung notleidender Menschen fachlich begleitet“, schildert Jochen Nadolski-Voigt als Geschäftsführer der Arbeit und Lernen gGmbH. Die Tafel kann auf diese Weise ihren Bedarf flexibel über die Arbeit und Lernen gGmbH abrufen und ihre Arbeit langfristig koordinieren.
„Wir freuen uns, gemeinsam eine gute Lösung für die Unnaer Tafel gefunden zu haben, die Sicherheit und feste Strukturen für die Zukunft gewährleistet“, sind sich alle Beteiligten einig. Auch Tafel-Chefin Ulrike Trümper ist über diese Hilfestellung glücklich, musste die Unnaer Tafel doch zuletzt neben Umzügen, Schließungen von Ausgabestellen und Pech mit der Bausubstanz einige Tiefschläge verkraften. Aktuell sind 10.000 Menschen Inhaber von Tafelausweisen. In Unna und Kamen decken jeweils 500 Bedürftige regelmäßig ihren Bedarf an Lebensmitteln und anderen Dingen an den Tafel-Ausgabestellen – mit steigender Tendenz. Ulrike Trümper beobachtet vor allem eine zunehmende Altersarmut. Inzwischen gibt es sogar eigene Sortimente speziell für Diabeteskranke. Zusätzlich wird die Tafel von bemerkenswertem ehrenamtlichem Engagement und Spendenbereitschaft unterstützt. Unlängst sorgten die Stadtwerke und ein Gabelstapler-Unternehmen dafür, dass eine Arbeitskraft aus einer Jobcenter-Maßnahme übernommen und angestellt werden konnte.
