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Eine Herausforderung für Menschen mit Behinderung

Alltag für Betroffene in der Pandemie besonders schwer – Aktionstag am 5. Mai

 

Ängste und Einsamkeit sind gerade ein häufiges Thema in den Beratungsgesprächen von Olga Rempel-Anli (Bild) und ihren Kolleginnen. Foto: drh

Soest (drh) - Wie geht es Menschen mit Beeinträchtigungen gerade? Wo gibt es Barrieren im Alltag? Wie wirkt sich die Corona-Lage auf die seelische Gesundheit aus? Den Europäischen Protesttag für Menschen mit Behinderungen am 5. Mai nimmt die Diakonie Ruhr-Hellweg zum Anlass, um auf den Alltag der Betroffenen aufmerksam zu machen. Verunsicherung, Ängste und Einsamkeit - das sind momentan zentrale Themen in den Beratungsgesprächen, wie die Mitarbeitenden der Behindertenberatungsstelle in Soest berichten.

"Die Corona-Lage trifft Menschen mit Beeinträchtigungen und chronischen Erkrankungen in besonderem Maße", so Beraterin Ulla Saalmann-König. "Aus Sorge um ihre Gesundheit haben viele ihre persönlichen Kontakte reduziert und sich in ihre häusliche Umgebung zurückgezogen. Die sozialen Teilhabemöglichkeiten sind sehr eingeschränkt, da viele Gruppen- und Freizeitangebote seit mehr als einem Jahr nicht mehr stattfinden." Auch der Umgang mit Behörden sei eine Herausforderung: "Termine können oft nur online oder per Mail vereinbart werden." Viele der Ratsuchenden kämen damit aber nicht zurecht oder hätten nicht die erforderliche technische Ausstattung.

Zur Beratungsstelle gehört auch der Familienunterstützende Dienst, der flexible Hilfen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Handicap anbietet und damit pflegende Angehörige entlastet. Auch hier gilt: Gruppen und Freizeitangebote können nicht stattfinden. "Die Klientinnen und Klienten ins Kino begleiten oder zusammen einen Ausflug machen - all das ist im Moment nicht möglich", sagt Olga Rempel-Anli. "Und gerade Kinder mit Behinderung können nur schwer verstehen, wieso wir bei Hausbesuchen auf Abstand bleiben müssen."

Auch die ertaubten oder schwerhörigen Menschen, die zur Diakonie kommen, vermissen die persönlichen Kontakte und Gruppen, wie Hörbehindertenberaterin Astrid Marke berichtet. Die Maskenpflicht erschwere ihnen die Kommunikation im Alltag. "Denn das Mundbild ist für Betroffene extrem wichtig." Zudem gebe es gerade sehr viele Fragen zum Impfen und zur Impfreihenfolge. "Menschen mit Hörbehinderung fühlen sich als Gruppe mit erhöhtem Bedarf nicht genügend gesehen."

Die Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung berät Menschen mit körperlichen, kognitiven und psychischen Beeinträchtigungen sowie deren Familien, Freunde und Bekannte. Die Mitarbeitenden bieten eine allgemeine Beratung in persönlichen Fragen und eine psychosoziale Begleitung an. Sie unterstützen bei Behördengängen, Antragstellungen und Widersprüchen, zum Beispiel bei Schwerbehindertenausweis, Pflegeversicherung oder Eingliederungshilfen. Bei Bedarf vermitteln sie in weitere Hilfsangebote.

Auch in der Krise ist das Team erreichbar: telefonisch, online und auch persönlich. Auf die Einhaltung der entsprechenden Schutz- und Hygienemaßnahmen wird natürlich geachtet. Ratsuchende werden gebeten, sich vorher unter 02921 3620-200 oder per E-Mail an behindertenberatung@diakonie-ruhr-hellweg.de zu melden.




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