Große Schulveranstaltung zum Thema „Häusliche Gewalt“

Volles Haus bei der interaktiven Veranstaltung des Frauenhauses zum Thema „Häusliche Gewalt“. Foto (drh)
Hamm (drh) – „Dass für jede zweite Frau häusliche Gewalt Alltag ist, ist beunruhigend und lässt mich nicht kalt.“ „Ich fand die Veranstaltung insgesamt super informativ. Rausgegangen bin ich mit viel neuem Wissen, das ich weitergeben kann und Wertschätzung für mein Leben, da es bei vielen leider nicht so selbstverständlich ist.“ Apinaya und Jasmin, zwei Schülerinnen vom Märkischen Gymnasium in Hamm, gehen beeindruckt aus der Veranstaltung des Hammer Frauenhauses. Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März hat das Frauenhaus der Diakonie Ruhr-Hellweg rund 200 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte aus sechs Hammer Schulen in den Gerd-Bucerius-Saal in Hamm eingeladen. Thema der interaktiven Veranstaltung: „Gewalt ist nie okay – Häusliche Gewalt erkennen und richtig reagieren“.
Frauenhausleiterin Sarah Hohoff und ihr Team informierten bei der Veranstaltung über Themen wie: „Was ist Gewalt? Welche Formen kann sie annehmen und wo bekomme ich Hilfe?“ Was viele Teenager nachhaltig beeindruckt hat: das Interview mit einer ehemaligen betroffenen Jugendlichen, mittlerweile 24 Jahre alt. Sie war als Gast eingeladen und berichtete im Interview eindrucksvoll über ihre damaligen Erfahrungen im Frauenhaus Hamm und ihre Situation. Sarah Hohoff: „Wir haben gemerkt, wie groß der Bedarf an Aufklärung, Austausch und Unterstützung unter Jugendlichen ist. Die Schüler und Schülerinnen waren ein fantastisches Publikum: aufmerksam, respektvoll und sehr engagiert. Während der Veranstaltung haben sie sich aktiv beteiligt, Fragen gestellt und eigene Gedanken eingebracht.“
Besonders deutlich wurde der Bedarf an Gesprächs- und Beratungsangeboten in den Pausen sowie nach der Veranstaltung. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler suchten das persönliche Gespräch, um Rat einzuholen oder ihre eigenen Erfahrungen zu teilen. Sarah Hohoff weiter: „Dabei wurde erschreckend sichtbar, dass viele von ihnen bereits mehrfach sexualisierte Gewalt erlebt haben. Diese Offenheit zeigt, wie wichtig es ist, Jugendlichen sichere Räume zu bieten, in denen sie gehört werden und Unterstützung finden können.“
Auch die kleinen Give-aways des Frauenhauses – Armbänder, Schlüsselanhänger und Karten mit Notfallrufnummern – wurden von den Jugendlichen sehr gerne angenommen. Die Schülerinnen und Schüler gehen nun als Multiplikatoren in ihre Schulen, um dort über das Thema „Häusliche Gewalt“ aufzuklären.
Ein weiteres starkes Zeichen gegen Gewalt an Frauen war am Freitagabend die Lesung mit Autorin und Kabarettistin Nicole Jäger. Dazu eingeladen hatten das Frauenhaus und die Gleichstellungsstelle der Stadt Hamm. Nicole Jäger hat selbst in einer toxischen Beziehung Gewalterfahrungen erleben müssen. Ihre Erfahrungen darüber hat sie in einem Buch verarbeitet, das sie dem Hammer Publikum vorstellte. Mit Mut, Offenheit und Tiefe sprach sie über Selbstwert, Gewalt und den Mut, sich zu befreien – ehrlich, bewegend und inspirierend.









