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„Ich bin gestärkt nach Hause gekommen“

Besondere Trauerreise der Diakonie – Teilnehmende blicken gemeinsam zurück

Nachtreffen zur Trauerreise: Das Bild zeigt die Trauerbegleiter Maria Wulfinghoff (links), Petra Blanke (2.v.l.) und Wulf Klinge mit den Teilnehmerinnen Gaby Weßling (Mitte) und Monika Schlüter. Foto: drh


Kirchenkreis Soest (drh) – „Ich habe Kraft tanken und viel Ruhe mitnehmen können“, erzählt Gaby Weßling aus Lippstadt. Und auch Monika Schlüter aus Soest sagt mit fester Stimme: „Die Reise hat mir dabei geholfen, besser mit meinem Verlust umzugehen. Ich bin gestärkt nach Hause gekommen.“ Beide Frauen haben in diesem Jahr einen nahestehenden Menschen verloren. Deshalb nahmen sie im Spätsommer an einer Trauerreise der Familien- und Lebensberatungsstelle der Diakonie Ruhr-Hellweg teil. Mit zehn weiteren trauernden Erwachsenen verbrachten sie eine Woche auf der Nordseeinsel Baltrum – einfühlsam begleitet von drei Mitarbeitenden der Diakonie. Jetzt hat die Gruppe bei einem Nachtreffen im Haus der Diakonie in Soest gemeinsam auf die intensive Zeit zurückgeblickt.

Die Reise „Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen“ hat den Teilnehmenden fern vom Alltagsstress viel Zeit und Raum für die eigene Trauer geboten. Es gab viele intensive Gespräche in der Gruppe, die deutlich machten, wie sehr Trauer verbinden kann. „Jeder durfte erzählen, die anderen haben zugehört. Und alle fühlten mit“, erzählt eine dritte Teilnehmerin. Auch Körperübungen und kreative Angebote unterstützten die Männer und Frauen dabei, einen Schritt aus ihrem Gewohnten herauszugehen und ihren Verlust zu verarbeiten. „Wir haben zum Beispiel etwas im Sand gestaltet, um Belastendes loszuwerden oder bei Ebbe zusammen auf die Flut gewartet“, ergänzt die Teilnehmerin.  

Ebbe und Flut – sie wurden zu einem zentralen Motiv, zu einem Symbol der Reise: „Der Wandel der Gezeiten hat viel mit Trauern zu tun. Mal ebbt der Schmerz ab, und dann wieder überrollen einen die Gefühle“, erklärt Trauerbegleiterin Maria Wulfinghoff. Die ruhige Atmosphäre der autofreien Insel Baltrum unterstützte den Trauerprozess. „Eine Insel ist ein eigener, abgeschirmter Raum, der in einem schönen Sinne zu einer Zuflucht werden kann“, so Trauerbegleiterin Petra Blanke. „Um wieder ins Leben zu kommen ist es für viele hilfreich, an einem solchen Ort zu sein.“

Während der Reise haben die Teilnehmenden auch gelernt, ihre Trauer aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. „Viele haben eine große Dankbarkeit für das gelebte Leben mit den Verstorbenen gespürt“, so Blanke. Die Mitarbeitenden der Diakonie unterstützten die Gruppe zudem dabei, sich mit ihren Wünschen und Hoffnungen für die Zukunft auseinanderzusetzen. „Wir haben uns gemeinsam auf den Weg gemacht, damit die Betroffenen bei aller Trauer irgendwann auch wieder nach vorne schauen können“, so der ehrenamtliche Trauerbegleiter Wulf Klinge.

Die Teilnehmenden haben die gemeinsame Zeit positiv in Erinnerung behalten: Die Reise habe die unfassbare Trauer begreiflicher gemacht. „Auch die Gruppe hat gut harmoniert“, sagt Teilnehmerin Monika Schlüter. Und Gaby Weßling ergänzt: Die Trauerbegleiter seien auf den individuellen Weg der Trauernden eingegangen. „Mich hat das Angebot vollkommen abgeholt.“ 

Die nächste Trauerreise der Diakonie nach Baltrum findet vom 2. bis 8. Juni 2019 statt. Anmeldungen sind ab sofort möglich. Weitere Informationen unter Telefon: 02921 3620-140.

 

 

 

 

 




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