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„Ich kann noch passgenauere Angebote entwickeln“

Susanne Wöstenberg wirkt als Sozialarbeiterin in der Kirchengemeinde Hemmerde-Lünern, ist aber seit Januar bei der Diakonie angestellt. Im Interview zieht sie eine erste positive Zwischenbilanz.

 

Susanne Wöstenberg an ihrem Arbeitsplatz in der Kirchengemeinde. Foto: drh

Kirchenkreis Unna/Hemmerde-Lünern (drh) – Erfolgreicher Start einer besonderen Kooperation: Die Diakonie Ruhr-Hellweg und die evangelische Kirchengemeinde Hemmerde-Lünern haben gemeinsam die soziale Arbeit vor Ort gestärkt. Gemeinsam führen sie ein Beratungsangebot weiter, das die Gemeinde vor rund zwei Jahren auf den Weg gebracht hat. Vor einigen Monaten wurde die Stelle der Sozialarbeiterin Susanne Wöstenberg bei der Diakonie angesiedelt und aufgestockt. 15 Stunden ist Wöstenberg als gemeindenahe Sozialbegleitung im Einsatz. 15 Stunden übernimmt sie Aufgaben beim „Ambulant Betreuten Wohnen“ in Unna. Im Interview zieht die Diplom-Sozialpädagogin eine erste positive Bilanz und erzählt, wie sie die vergangenen Monate erlebt hat.

 

Frau Wöstenberg, wie hat sich Ihre Arbeit durch die neue Stellenstruktur geändert?

Zunächst einmal freue ich mich sehr, dass ich durch die besondere Kooperation eine dauerhafte Perspektive in meinem Berufsfeld als Sozialpädagogin gefunden habe. Bei der „neuen alten Stelle“ bin ich wie bisher die gemeindenahe Sozialbegleitung im Auftrag der evangelischen Kirche Hemmerde-Lünern. In dieser Aufgabenstellung und Kooperation bleibt im wesentlichen alles so wie bisher. Die Aufgaben der Diakonie erweitern meinen beruflichen Aktionsradius. Einerseits bekomme ich aus den Teams des Diakonischen Werkes  neue Impulse und gute Kooperationen für meine Arbeit in der Gemeinde. Andererseits kann ich so auch dabei mitwirken, die Möglichkeiten und Dienstleistungen der Diakonie Ruhr-Hellweg für die Gemeinde mehr in den Fokus zu rücken.

 

Welche Menschen kommen zu Ihnen in die Beratung?

Für das „Ambulant Betreute Wohnen“ kümmere ich mich vor allem um Menschen mit psychischen Erkrankungen aller Art. In der Kirchengemeinde berate ich Menschen unterschiedlichen Alters in ganz individuellen Notlagen. Ich stehe Ratsuchenden bei familiären, persönlichen oder beruflichen Problemen zur Seite. Häufig stehen altersspezifische Fragestellungen rund um das Thema „Pflege“ und die damit verbundenen Vermittlungen zu entsprechenden Kollegen oder fachlichen Institutionen im Vordergrund. Einen weiteren Schwerpunkt meiner Arbeit stellt die soziale Integration in einem individuell geeigneten, gesellschaftlichen Rahmen dar. 

 

Wie können Sie Ratsuchenden helfen?

Ein Beispiel: Jemand hat gerade seinen Ehepartner verloren und fühlt sich nun – neben der Trauer – allein und isoliert. Ich unterstütze diese Person dabei, wieder Anschluss zu finden,  indem wir die individuellen Wünsche und Interessen in der Beratung herausarbeiten. Vielleicht entdecken wir sie auch neu, beziehen Aspekte und Wechselwirkungen der Wertvorstellungen und Rahmenbedingungen des Klienten mit ein. Ausschlaggebend für mein Handeln sind die Aussagen und Möglichkeiten der Klienten. 

 

Was haben Sie außerdem für Aufgaben?

Ich beantworte zum Beispiel Fragen zum Umgang mit Behörden. Ich nutze das aufgebaute Netzwerk, Menschen zu neuen Wegen zu verhelfen oder sie darin zu bestärken und zu begleiten, ihre Handlungsspielräume zu erweitern. Manche Projekte entwickle ich auch  neu – das kann zum Beispiel eine lockere Skatrunde, ein Angebot in Kooperation mit weiteren Akteuren wie der Nachbarschaftshilfe sein oder die Organisation und ggf. Mitwirkung eines einmaligen Vortrags/Diskussionsaustausches zu diversen Themen, die Menschen in der Gemeinde interessiert und persönlich weiterbringt. Das hängt ganz von dem individuellen Bedarf der Menschen ab, die Unterstützung benötigen. Die Netzwerkarbeit spielt generell eine wichtige Rolle. Ich bin in ständigem intensiven Austausch mit fachspezifischen ehrenamtlichen Gruppen. Außerdem mache ich Öffentlichkeitsarbeit, stelle meine Arbeit im Rahmen von Teamsitzungen, Veranstaltungen und Vorträgen vor.

 

Wie hat die Gemeinde reagiert, als sie hörte, dass Sie nun bei der Diakonie angestellt sind?

Natürlich wurde darüber in der Gemeinde gesprochen. Möglicherweise gab es am Anfang eine gewisse Scheu vor dem großen Verband Diakonie Ruhr-Hellweg. Aber die meisten Reaktionen waren sehr positiv. Mein Eindruck ist, dass die Menschen zunehmend spüren, dass die enge Zusammenarbeit mit so einem starken Partner viele Vorzüge mit sich bringt. Ratsuchende können zum Beispiel nun auch einfacher auf die vielfältigen Unterstützungsangebote der Diakonie zurückgreifen. Davon abgesehen ändert sich für die Ratsuchenden ja nichts: Mein Angebot ist nach wie vor Bedarfsbezogen aufgestellt, ich habe weiterhin mein Büro vor Ort, in dem ich mindestens zweimal pro Woche im Schwerpunkt für die Kirchenarbeit anzutreffen bin. Auch mit den Ehrenamtlichen, die hier in der Gemeinde sehr fleißig sind, arbeite ich weiterhin eng zusammen.

 

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit besonders?

Grundsätzlich ist die soziale Arbeit für mich ein sinnstiftender Beruf, der mich erfüllt. Ich finde es immer wieder toll, wenn ein Klient oder eine Klientin auf ihrem individuellen Weg einen Schritt weitergekommen sind. Ich freue mich, wenn eine Beratung Erfolg hatte, wenn sie Menschen zum Beispiel zu einem besseren Selbstwertgefühl oder mehr Durchsetzungsstärke verhilft.

 

 

Über Susanne Wöstenberg:

Susanne Wöstenberg stammt aus Wetter an der Ruhr. Nach der Schule absolvierte sie zunächst erfolgreich eine Ausbildung zur Justizangestellten und war einige Jahre in dem Beruf tätig.  Dann entschloss sie sich zum Wechsel. Wöstenberg holte das Abitur nach und studierte Sozialpädagogik an der FH Dortmund. Nach ihrem Diplom arbeitete sie etwa 14 Jahre in der Erwachsenenbildung. Außerdem besuchte sie regelmäßig Fortbildungen und Coachings, absolvierte zum Beispiel die Grundausbildung als Psychodrama-Assistentin, wurde NLP-Master (DVNLP) und nahm in den letzten Jahren fortlaufend an fachspezifischen Lehrgängen im psychologischen Bereich teil.

 

Vor rund zweieinhalb Jahren trat Susanne Wöstenberg die Stelle als Sozialarbeiterin in Hemmerde-Lünern an. Hier lebt sie auch - gemeinsam mit ihrem Ehemann und ihrem Sohn. Terminabsprachen für ein Beratungsgespräch sind möglich unter Tel. 02303 40576 oder per E-Mail s.woestenberg@hemmerde-luenern.de im Ludwig-Polscher-Haus der evangelischen Kirchengemeinde, Lünerner Kirchstraße 10. Auch Besuchstermine zu Hause können auf Wunsch vereinbart werden.




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