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Menschen stark durch Corona belastet

Beratungsstelle blickt auf 2020 zurück – deutlich mehr Gespräche geführt

 

Hamm (drh) - Einsamkeit, Arbeitslosigkeit, Zukunftsangst und mehr Beziehungskonflikte: Die Corona-Situation hat die psychischen Belastungen bei den Menschen deutlich verstärkt, und es gibt deshalb viel Beratungs- und Unterstützungsbedarf von Einzelnen, Paaren und Familien. Das zeigen die Zahlen aus dem vergangenen Jahr, die jetzt von der Beratungsstelle für Familien- und Lebensfragen der Diakonie Ruhr-Hellweg ausgewertet worden sind. Die Ratsuchenden wandten sich 2020 mit den unterschiedlichsten Anliegen an die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung (SKB) und an die Paar- und Lebensberatung (PuL), zum Beispiel auch wegen persönlicher Schwierigkeiten, Überforderung oder wirtschaftlicher Sorgen.

Ein deutliches Plus an Beratungsterminen gab es in der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung. 2020 zählte das Team insgesamt 679 Gespräche mit Ratsuchenden. Das sind 200 mehr als im Vorjahr. "Die psychosoziale Situation vieler Schwangerer und deren Familien war oft problematischer als vor der Pandemie", berichtet Beraterin Simone Potthast. "So führten ausgefallene Betreuungsmöglichkeiten bei Eltern mit mehreren Kindern zu Überbelastung. Auch Paarkonflikte und psychische Probleme wurden häufiger sichtbar. Das führte zu großem Gesprächsbedarf und neuen Fragestellungen." Die Corona-Situation stellte auch immer mehr Familien vor wirtschaftliche oder sogar existenzielle Probleme, wie ihre Kollegin Theresa Schulze ergänzt. "Zum Beispiel weil die Frauen oder ihr Partner die Arbeit oder den Job verloren hatten." Die Not der Frauen sei dann mitunter auch ein Grund gewesen, sich gegen eine Schwangerschaft zu entscheiden, so Schulze weiter. "Unsere Beratungen dazu sind in Hamm 2020 gestiegen."

Auch in der Paar- und Lebensberatung ging es vor allem um die Bearbeitung von Konflikten und seelischen Belastungen, die sich durch die extremen Auswirkungen der Pandemie entwickelt hatten. Die Zahl der Beratungsgespräche ist von 400 auf 427 gestiegen. "Einsamkeit, Arbeitslosigkeit, Paarkonflikte - das waren die häufigsten Themen", sagt Beraterin Susanne Dankert-Lambracht. "So ging es zum Beispiel um Probleme, die durch das intensivere Zusammensein in beengten Wohnverhältnissen, Quarantäne, Homeschooling und Homeoffice verursacht wurden. Auch der Lockdown und fehlende Sozialkontakte machten den Menschen zu schaffen."

Die Corona-Lage hat auch die Arbeitsweise der Beratungsstelle beeinflusst. Video- und Telefongespräche wurden immer wichtiger. Präsenz-Termine konnten nur unter Einhaltung besonderer Schutz- und Hygienemaßnahmen stattfinden. Gruppentreffen, Prävention für Kinder und Jugendliche oder die Aufsuchende Elternhilfe gab es leider nicht wie gewohnt. "Dennoch war es uns wichtig, gerade auch in der Krise so gut wie möglich für die Menschen da zu sein", sagt das Team.

Die Beratungsstelle für Familien- und Lebensfragen ist auf vielerlei Art und Weise für die Menschen da. Wer einen Gesprächstermin vereinbaren möchte, meldet sich am besten zuerst telefonisch unter 02381 54400-50 (SKB) oder 02381 54400-70 (PuL) oder per E-Mail an skb-hamm@diakonie-ruhr-hellweg.de oder efl-hamm@diakonie-ruhr-hellweg.de.




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