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Ratsuchende sind stark belastet

Beratungsstelle in Kamen blickt auf Corona-Jahr 2020 zurück

 

Kamen (drh) - Verunsicherung, Zukunftsängste, Druck im Beruf: Die Corona-Situation hat die psychischen Belastungen bei den Menschen deutlich verstärkt, und es gibt deshalb viel Beratungs- und Unterstützungsbedarf von Einzelnen, Paaren und Familien. Das zeigen die Zahlen aus dem vergangenen Jahr, die jetzt von der Beratungsstelle für Familien- und Lebensfragen der Diakonie Ruhr-Hellweg ausgewertet worden sind. Die Ratsuchenden wandten sich 2020 mit den unterschiedlichsten Anliegen an die Paar- und Lebensberatung (PuL) und an die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung (SKB), zum Beispiel auch wegen persönlicher Schwierigkeiten, Überforderung, Problemen in der Partnerschaft oder wirtschaftlicher Sorgen.

Die Paar- und Lebensberatung hat 1190 Gespräche geführt, die sich in Einzel-, Paar- und Familienberatungen aufteilen. 2019 waren es 982 Beratungstermine gewesen. In den Gesprächen ging es zum Beispiel um seelische Probleme, die durch das intensivere Zusammensein in beengten Wohnverhältnissen, durch Quarantäne, Homeschooling und Homeoffice verursacht wurden. Auch fehlende Sozialkontakte machten den Ratsuchenden zu schaffen. "Die Corona-Situation mit dem Lockdown war mit vielfältigen und neuen Belastungen verbunden", sagt Berater Wolfgang Braukmann. "Die Ratsuchenden hatten mehr Zukunftssorgen. Die Vermeidung von sozialen Beziehungen und Kontaktbeschränkungen führten zu nie dagewesenen Ängsten und Einsamkeit. Die Bewältigung des Alltags hat sehr viel Zeit und Kraft in Anspruch genommen."

Ähnliche Themen kamen in der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung auf. 2020 zählte das Team 576 Gespräche. "Die psychosoziale Situation vieler Schwangerer und deren Familien war seit März 2020 oft problematischer als vor der Pandemie", berichtet Beraterin Katharina Struben. "So führten ausgefallene Betreuungsmöglichkeiten bei Eltern mit mehreren Kindern zu Überbelastung." Auch Paarkonflikte und psychische Probleme wurden häufiger sichtbar, wie ihre Kollegin Ilona Liebner ergänzt: "Das führte zu großem Gesprächsbedarf und neuen Fragestellungen. Die Situation in der Corona Pandemie stellte immer mehr Familien vor wirtschaftliche oder sogar existenzielle Probleme. Diese konnten zwar durch einmalige Hilfen aus Stiftungen abgemildert, jedoch nicht ausgeräumt werden."

Die Corona-Lage hat auch die Arbeitsweise der Beratungsstelle beeinflusst. Video- und Telefongespräche wurden immer wichtiger. Präsenz-Termine konnten nur unter Einhaltung besonderer Schutz- und Hygienemaßnahmen stattfinden. Gruppentreffen, Prävention für Kinder und Jugendliche, die Familienpatinnen oder das Müttercafé konnten leider nicht wie gewohnt stattfinden. "Dennoch war es uns wichtig, gerade auch in der Krise so gut wie möglich für die Menschen da zu sein", sagt das Team.

Wer einen Gesprächstermin vereinbaren möchte, meldet sich am besten zuerst telefonisch unter 02307 947430 oder per E-Mail an efl-kamen@diakonie-ruhr-hellweg.de (PuL) oder skb-kamen@diakonie-ruhr-hellweg.de (SKB).


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