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Überforderung, wirtschaftliche Sorgen und Beziehungsprobleme belasten Ratsuchende

Beratungsstelle für Familien- und Lebensfragen der Diakonie Ruhr-Hellweg in Hamm blickt auf 2019 zurück

 

Das Team der Beratungsstelle für Familien- und Lebensfragen in Hamm (von links): Sandra Fischer, Simone Potthast, Barbara Zwick und Susanne Dankert-Lambracht. Foto: drh

Hamm (drh) - Die Beratungsstelle für Familien- und Lebensfragen der Diakonie Ruhr-Hellweg in Hamm, die sich aus den Bereichen Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung (SKB) sowie Paar- und Lebensberatung (PuL) zusammensetzt, blickt auf ein bewegtes Jahr 2019 zurück. Es gibt weiterhin viel Beratungs- und Unterstützungsbedarf von Alleinstehenden, Paaren und Familien in Hamm. Das zeigen die Zahlen aus dem vergangenen Jahr, die jetzt von der Beratungsstelle ausgewertet worden sind. Die Anliegen, mit denen sich die Menschen an die Beraterinnen wandten, waren sehr vielschichtig. Häufig waren es persönliche Schwierigkeiten, Überforderung, Probleme in der Partnerschaft oder am Arbeitsplatz und insbesondere finanzielle Nöte, warum Unterstützung in der Beratungsstelle gesucht wurde.

2019 gab es im Team der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung insgesamt 208 Beratungsanfragen, 28 davon waren Konfliktberatungen. Insgesamt wurden 331 Gespräche geführt. Die meisten Ratsuchenden waren zwischen 27 und 34 Jahre alt, oft verheiratet oder in einer festen Partnerschaft lebend. Viele hatten einen Migrationshintergrund, so dass die Verständigung eine zusätzliche Herausforderung für die Mitarbeiterinnen darstellte.

"Nicht immer bedeutet eine Schwangerschaft nur Glück, sie kann auch Ängste und Unsicherheiten mit sich bringen", betont Simone Potthast. Sie ist seit September 2019 als neue Mitarbeiterin neben der langjährigen Beraterin Barbara Zwick sowie der Verwaltungskraft Sandra Fischer im Team der SKB der Diakonie Ruhr-Hellweg in Hamm tätig. Wie stabil ist meine Partnerschaft? Wovon lebe ich, wenn mein Arbeitsvertrag nicht verlängert wird? Wie finanziere ich eine Baby-Erstausstattung? Wo finde ich eine bezahlbare Wohnung? Diese und viele weitere Fragen beschäftigen die Menschen, die die Beratungsstelle aufsuchen. "Wir nehmen uns Zeit für die Fragen und Sorgen der Ratsuchenden", betont Beraterin Barbara Zwick.

In den Gesprächen ging es vielfach um psychische und körperliche Belastungen während und nach der Schwangerschaft, um aufenthaltsrechtliche Fragestellungen und um Möglichkeiten einer Kostenübernahme für langfristige Verhütungsmittel. "Durch die Mitarbeit im Netzwerk "Frühe Hilfen" in Hamm und die gute Zusammenarbeit mit den Familienhebammen und anderen Kooperationspartnern gelingt oft die Vermittlung zu passgenauen Hilfen", sagt Simone Potthast. "Dank der Unterstützung durch die Elternschule Hamm können wir zusätzlich zu unserer täglichen Beratungstätigkeit die Präventionsangebote "Aufsuchende Elternhilfe" sowie "Paulchen - Elternschaft auf Probe" anbieten", freut sich Barbara Zwick.

Mit dem Angebot der "Aufsuchenden Elternhilfe" erhalten belastete Familien Unterstützung. Hierfür werden ehrenamtliche Familienpatinnen gezielt qualifiziert, um Mütter und Väter mit kleinen Kindern in ihrem oft anstrengenden Erziehungsalltag mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Im vergangenen Jahr nahmen elf Ehrenamtliche an einer zweitägigen Fortbildung zum Thema "Lebensschätze heben" teil. "Diese Fortbildung diente dem besseren Verständnis im Umgang mit der anderen Lebenssituation der zu begleitenden Familie", erklärt Barbara Zwick. Ebenfalls aktiv mit einbezogen sind die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen bei dem 14-tägig stattfindendem "EVA-plus-Frühstückstreff". Dieses Angebot richtet sich an Schwangere und Mütter mit kleinen Kindern und findet in den Räumlichkeiten der Diakonie Ruhr-Hellweg statt. Neue Mitarbeiterinnen sind immer herzlich willkommen; bei Interesse können sich Interessierte gerne an Barbara Zwick wenden unter Tel. 02381-54400-52.

Im Projekt "Paulchen - Elternschaft auf Probe" erhalten junge Menschen in unterschiedlichen Lern- und Lebenssituationen die Möglichkeit, sich mit den Themen Partnerschaft und Zukunftsplanung auseinandersetzen. Durch den mehrtägigen Einsatz eines Babysimulators erfahren sie lebensnah, was es bedeutet, Verantwortung für ein Kind zu übernehmen und es zu versorgen. Das Projekt richtet sich vorrangig an Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse, wird aber auch gerne in sozialpädagogischen und beratenden Settings genutzt. Weitere Informationen gibt es bei Simone Potthast, Tel. 02381-54400-51. "

Der Hauptgrund, uns aufzusuchen, waren Probleme in der Partnerschaft", sagt Susanne Dankert-Lambracht von der Paar- und Lebensberatung der Diakonie. Sie zählte im vergangenen Jahr 89 Beratungsaufträge, die sich in 52 Einzel- und 37 Paarberatungen aufteilen. Insgesamt 126 Menschen suchten Information, Begleitung und Hilfe.

In den Gesprächen ging es vor allem um Konflikt- und Krisenbewältigung. Menschen vor oder in Trennungssituationen benötigten Unterstützung bei deren seelischer Bewältigung. "Hier galt es, neben der psychischen Stabilisierung tragfähige neue Wege zu erarbeiten sowie das Vertrauen in die eigenen Kräfte der Ratsuchenden zu stärken", erzählt Dankert-Lambracht. "Manchmal bedarf es nur eines sanften Anstoßes, zum Beispiel einer begleiteten Aussprache, um wieder zueinander zu finden. Manchmal muss man auch in die Tiefe gehen, eine ganz andere Form des Miteinanders finden."

Auch in der Paar- und Lebensberatung ging es um die Bearbeitung von Konflikten und Belastungen, die sich durch die extremen Auswirkungen des Persönlichkeitsstils von Partnern oder Elternteilen entwickelt haben. Weitere Themen waren Schwierigkeiten im Erziehungsalltag oder die Beziehungen zwischen den Generationen. Auch meldeten sich Menschen, die sich in ihrer Arbeitssituation überfordert fühlen.

Infokasten:

Die Beratungsstelle für Familien- und Lebensfragen ist auf vielerlei Art und Weise für die Menschen da - gerade auch in der jetzigen Situation. Ratsuchende werden gebeten, sich zuerst telefonisch unter 02381 54400-50 (SKB) oder 02381 54400-70 (PBL) zu melden oder per E-Mail an skb-hamm@diakonie-ruhr-hellweg.de oder efl-hamm@diakonie-ruhr-hellweg.de. Auch der Anrufbeantworter kann genutzt werden. Die Mitarbeiterinnen rufen dann so schnell wie möglich zurück und klären die Möglichkeiten einer verantwortungsvollen Beratung.




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