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„Wenn ein Mensch Gebärdensprache spricht, heißt das nicht, dass er auch Schriftsprache versteht“

Gehörlosentreffpunkt feiert 40-jähriges Bestehen

 

Astrid Marke (vorne ganz links) freut sich mit den Jubilarinnen und Jubilaren, die von Anfang an dabei sind: Elisabeth Eggelnpöhler, Ulla Wolf, Ingrid Hoffmann, Conny Zell, Gosia Pabst (vorne von links) sowie Wilfried Eggelnpöhler, Melanie Kaiser, Karl-Heinz Wontka, Klaus Grzmehle, Andreas Pabst (hinten von links). Nicht im Bild ist Jubilarin Ilse Kaiser. Foto: drh

Soest (drh) - Gut besucht und gar nicht so leise, wie man sich das vielleicht vorstellt: 40 Jahre gibt es den Gehörlosentreffpunkt der Diakonie Ruhr-Hellweg in Soest – 140 Besucherinnen und Besucher haben das jetzt im Haus der Diakonie in der Wiesenstraße gefeiert.

Wenn 140 Menschen zusammenkommen und feiern, dann herrscht oft ein recht hoher Geräuschpegel. Beim Jubiläum des Gehörlosentreffpunktes, so könnte man meinen, sei das anders: „Das stimmt, so laut wie bei anderen Veranstaltungen der Größenordnung ist es bei uns nicht. Wir unterhalten uns ja in Gebärdensprache“, erzählt Astrid Marke. „Doch ganz so leise, wie man sich das jetzt vorstellen mag, war es definitiv nicht“, ergänzt die Leiterin des Treffpunktes: „Da wird dann auch mal auf den Tisch geklopft, wenn jemand nichts mitbekommt, um über die Vibration Aufmerksamkeit zu erreichen. Die Gehörlosen sind eine lustige Truppe, es wird viel und auch laut gelacht.“

40 Jahre gibt es die Selbsthilfegruppe für gehörlose Menschen und deren Angehörige in Soest. Zum Jubiläum gab es Kaffee und Kuchen und Leckeres vom Grill. „Wir treffen uns 14-tägig hier in Soest, immer in den geraden Wochen“, erzählt Marke, die den Treff seit zwei Jahren leitet. Mit dabei war an diesem Tag auch ihre Vorgängerin Gabriela Bier, die vielen Soestern noch gut bekannt ist, leitete sie den Treff doch  über 32 Jahre, bevor sie den Staffelstab dann an Astrid Marke weitergab.

Einen besonderen Dank gab es für zehn Frauen und Männer, die von Anfang an dabei sind. „Eine sogar seit ihrer Geburt, nämlich seit 35 Jahren“, freut sich Astrid Marke. Melanie Kaiser, die selbst gehörlos ist, wurde von ihrer Oma einfach immer mitgenommen. Auch daran zeigte sich an diesem Tag, wie wichtig die Gruppe für gehörlose Menschen in der Region ist.

Der Gehörlosentreffpunkt der Diakonie ist eine Anlaufstelle für hörgeschädigte und gehörlose Menschen. 14-tägig gibt es die Möglichkeit, sich zu treffen, sich zu unterhalten und gemeinsam etwas zu unternehmen. „In irgendeiner Form geht es aber auch immer um Bildung“, erzählt Astrid Marke. So gibt es öfter Vorträge, etwa über Bio-Lebensmittel, koronare Herzkrankheiten oder einen Infotreff zum Thema Glasfaseranschluss. „Es geht uns um ein breites Themen-Spektrum und die Infos, die gehörlose Menschen benötigen, die sie aber nicht, wie hörende Menschen, im Vorbeigehen aufschnappen oder nachlesen können. Denn Schriftsprache unterscheidet sich sehr von der Gebärdensprache. Wenn ein Mensch Gebärdensprache spricht, heißt das nicht, dass er auch Schriftsprache versteht“, erklärt die Sozialarbeiterin.

Der Gehörlosentreffpunkt Soest findet in allen geraden Wochen 14-tätig montags um 15 Uhr im Haus der Diakonie in der Wiesenstraße 15 statt. Interessierte können einfach vorbeikommen oder sich bei Astrid Marke melden unter der Telefonnummer 02921 3620-240 oder amarke@diakonie-ruhr-hellweg.de.

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