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E-Mail-Beratung für Kinder aus suchtbelasteten Familien

Neues Hilfsangebot für Kinder und Jugendliche im Kreis Soest

Bildzeile: #StarkTrotzdem: Tolles, neues und wichtiges Projekt der Kolleginnen und Kollegen aus den Suchtberatungsstellen der Diakonie: (von links) Patrick Siebert, Silvia Nolte und Semira Stock (Suchtberater und -beraterinnen der Diakonie Ruhr-Hellweg) und Leitung Stefanie Gernhold. Foto (drh)

Kreis Soest (drh) – „Wenn Eltern suchtkrank sind und zum Beispiel Alkohol oder Drogen konsumieren, leiden die Kinder in einer Familie mit. Sie übernehmen zu früh viel Verantwortung und müssen sich dann oft im Alltag um ihre jüngeren Geschwister kümmern und Alltagssituationen bewältigen, die die Eltern nicht schaffen. Diesen Kindern und Jugendlichen aus suchtbelasteten Familien möchten wir Hilfe und Unterstützung anbieten“, erklärt Semira Stock von der Suchtberatung der Diakonie Ruhr-Hellweg. Die Suchtberatungsstellen der Diakonie haben deshalb das Angebot #StarkTrotzdem ins Leben gerufen, das nun im Kreis Soest an den Start geht und für die Region ganz neu ist.

„Wir wenden uns über den Weg der anonymen E-Mail-Beratung an Kinder und Jugendliche, die in suchtbelasteten Familien aufwachsen. Es ist wichtig, dass uns die Kinder anonym anmailen können. Fast jedes Kind in dem Alter hat ein Handy und kann uns über einen QR-Code oder die Mailadresse starktrotzdem@diakonie-ruhr-hellweg.de schnell und unkompliziert anschreiben. Wir hören zu, schreiben zurück und sind bei allen Sorgen und Problemen für sie da. Wir schauen dann gemeinsam, wie wir die Kinder unterstützen und im Alltag stärken können“, so Semira Stock weiter. 

Um das Thema bei der Zielgruppe, den Kindern und Jugendlichen, bekannt zu machen, hat die Diakonie alle weiterführenden Schulen im Kreis Soest angeschrieben und angeboten, das Projekt im Unterricht der Klassen 7 bis 12 vorzustellen. Ende des Monats starten die ersten Besuche in weiterführenden Schulen in Soest und Lippstadt. Weitere Schulen können sich gerne melden. Im Unterricht wird ein Film gezeigt, das Projekt vorgestellt und offen über das Tabu-Thema gesprochen. „Für suchtkranke Erwachsene und Angehörige gibt es eine Vielzahl von Hilfsangeboten. Für Kinder aus diesen Familien viel zu wenig. Aus Scham und Angst vor möglichen Konsequenzen schweigen diese häufig und bleiben mit ihren Sorgen allein. Zudem sind sie selbst stark gefährdet, später suchtkrank zu werden“, führt Patrick Siebert, ebenfalls Suchtberater der Diakonie aus.

„Laut Statistik lebt in Deutschland jedes fünfte Kind in einer suchtgefährdeten Familie. In der Fachliteratur werden sie ‚die vergessenen Kinder‘ genannt. #StarkTrotzdem ist unser Angebot, den Kindern unkompliziert und anonym Gehör zu verschaffen und Unterstützung anzubieten. Wir möchten ihnen zeigen, dass sie nicht vergessen sind, dass sie eine Stimme haben und trotzdem stark sind“, so das Team der Suchtberatung.

 

www.diakonie-ruhr-hellweg.de

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